Herzlich willkommen bei den Babylotsen der Charité

An der Charité kommen jährlich fast 5.000 Kinder zur Welt. Wir fühlen uns für all diese Neugeborenen mitverantwortlich und wollen, dass sie den bestmöglichen Start ins Leben haben.

Wenn ein Baby zur Welt kommt, steht das Leben Kopf. Manche Eltern geraten dabei an ihre Grenzen, besonders wenn sie sehr jung oder besonders belastet sind. Ein fehlendes gutes familiäres Umfeld, finanzielle Sorgen, Integrationsprobleme, körperliche Erkrankungen oder auch psychische Belastung sind die häufigsten Gründe, wegen derer sich Eltern von Babys überlastet fühlen. Leider haben solch erschwerte Rahmenbedingungen auch eine negative Auswirkung auf die gesundheitliche Entwicklung der Kinder.

Wir möchten dazu beitragen, dass sich Mütter und Väter nach der Geburt ihres Kindes gut informiert und versorgt auf das Familienleben freuen können. Um junge Familien in dieser ersten Phase zu unterstützen haben wir das Projekt „Babylotsen der Charité“ ins Leben gerufen. Das Präventionsprojekt richtet sich an alle Familien, deren Kinder in der Charité geboren werden und bietet Hilfe bei kleinen und großen Sorgen. Die Idee: Krisen verhindern, bevor sie entstehen.

Unsere Babylotsinnen sind von Anfang an für Mütter und Väter da. Sie bieten allen Müttern, die Unterstützung benötigen, vor oder direkt nach der Geburt ein Gespräch an. Als Sozialpädagoginnen erkennen sie Probleme, den Bedarf an Unterstützung und auch manch versteckte Not und entwickeln mit den Eltern gemeinsam individuell passende Hilfsangebote.

In den Jahren seit der Gründung des Projekts im April 2012 hat sich gezeigt, dass das Angebot sehr willkommen und dringend notwendig ist. Die Babylotsinnen sprechen jährlich mit beinahe 2000 Familien. Wenn nötig vermitteln sie weiterführende Unterstützung, beispielsweise in Form von langfristiger Begleitung durch Familienhilfen und -hebammen. Sie lotsen in  Netzwerke und Einrichtungen wie Familienzentren und kümmern sich um Unterstützung bei Anträgen. Den Familien entstehen dabei keine Kosten.

Die Mütter sind für diese Hilfe dankbar: "Die Unterstützung durch die Babylotsin hat mir geholfen, ich hätte sonst gar nicht gewusst, wo ich mich hinwenden muss", bedankt sich eine junge Mutter. "Ich fühle mich jetzt sicherer, dass ich das mit dem Baby schaffe. Danke, dass Sie mir geholfen haben“, schreibt eine andere. Dankes-Briefe wie diese erreichen die Babylotsen viele.

Damit Babylotsen bald nationaler Standard werden, wird das Angebot wissenschaftlich begleitet. Dabei wertet die Charité detailliert die Wirkung des Programms aus und vergleicht die Entwicklung der "Babylotsen-Kinder" mit Gleichaltrigen, die keine solche Unterstützung erhalten haben. Die  Erfahrungen mit den Familien sind bislang sehr positiv. Eine hiermit womöglich wissenschaftlich bestätigte stabilere Eltern-Kind-Bindung und im Vergleich niedrigere Belastung von Eltern könnten dazu führen, dass in Berlin und in vielen Kliniken in Deutschland mehr Babylotsen die Kleinsten auf ihrem Weg ins Leben begleiten.

Prof. Dr. med. Wolfgang Henrich, Direktor der Klinik für Geburtsmedizin

Prof. Dr. med. Wolfgang Henrich
Direktor der Klinik für Geburtsmedizin

Dr. Christine Klapp, Oberärztin der Klinik für Geburtsmedizin, Leiterin des Projekts Babylotse der Charité

Dr. Christine Klapp
Oberärztin der Klinik für Geburtsmedizin
Leiterin des Projekts Babylotse der Charité

Aktuelles

29.06.2016, 11 Uhr:  Verlegung von "Spendersteinen" für Förderer der Kinderkliniken und des Babylotsen-Projektes mit Vorstellung und Besichtigung. Mehr

Wenn ein Baby zur Welt kommt, steht das Leben plötzlich Kopf. Wie Ihnen eine Babylotsin helfen kann, zeigt der Film "Babylotsen im Einsatz" des RBB vom 23.01.2016